Gestern fand in Duisburg die 19. Loveparade statt. Es sollte ein rauschendes Fest sein, doch zur Abschlusskundgebung musste das Partygelände wegen Überfüllung geschlossen werden. Vor dem Eingang zur Technoparty kommt es zu einer Massenpanik. Bisherige Bilanz: 19 Tote und 350 Verletzte.

Schockierende Bilder von der Duisburger Loveparade gehen um die Welt. Eine Massenpanik unter den 1,4 Millionen Technofans fordert 19 Tote und 350 Verletzte, bislang konnten erst 16 Leichen identifiziert werden. Heute, am Tag danach, beginnt eine wilde Schlammschlacht um die Suche nach den Schuldigen.

Loveparade-Erfinder Dr. Motte schiebt die Verantwortung auf das Management, Partybesucher schieben die Schuld auf unfähige und viel zu wenig Sicherheitskräfte, die Polizei und die Stadt Duisburg weisen die Zuständigkeit von sich: Am Sicherheitskonzept hat es nicht gelegen – die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Für alle Außenstehenden ist nun schwer nachvollziehbar, wie die Massenpanik tatsächlich zustande kam und wo in der Organisation Fehler gemacht wurden. Jedoch erscheint auch mir die Tatsache, dass 1,4 Millionen Loveparade-Besucher nur durch einen Tunnel zum Festgelände kommen konnten und bis kurz vor den tragischen Vorfällen, sogar nur über diesen Weg vom Gelände wegkonnten, sehr unverständlich. Auch der Umstand, dass das Partygelände nur 350.000 Menschen fassen kann, regelmäßig aber gut eine Million Raver erwartet werden, gibt mir Rätsel auf.

Als Fan der Rockmusik ziehe ich hier automatisch eine Parallele zu einem ähnlich tragischen Vorfall aus dem Jahre 1997. Das 1000. Konzert der Toten Hosen fand am 28. Juni 1997 im Rheinstadion Düsseldorf statt. Mit 60.000 Fans war das Stadion bis auf den letzten Platz gefüllt, das Konzert beginnt.

Die Stimmung erreicht schon nach kurzer Zeit den Siedepunkt und viele Fans müssen mit Arm- und Beinbrüchen, Quetschungen und Kreislaufproblemen aus der Menge gezogen werden. Als bei einer vermeintlich kollabierten Patientin nur noch der Tod festgestellt werden kann, wird das Konzert von den Toten Hosen unterbrochen – das Mädchen war in der Menschenmenge erstickt.

Auch hier wurde – wie gestern bei der Loveparade – das Konzert später weitergeführt. Die Gründe liegen klar auf der Hand: Was würde wohl passieren, wenn plötzlich alle Besucher, womöglich wütend und enttäuscht, nach Hause wollen?

Loveparade-Initiator Dr. Motte zieht jedenfalls die einzig richtige Konsequenz: Das war die letzte Loveparade!

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