Textklau: Kein Kavaliersdelikt
Es ist in Sekundenschnelle passiert: markieren, kopieren, einfügen, publizieren und schwupps, hat man den tollen Text der Konkurrenz oder den informativen, gerade gefundenen Blogbeitrag auf seiner Webseite. Meine Kollegin Susanne Ackstaller durfte das erleben.
Ihr kompletter Internetauftritt wurde geklaut. So etwas ist (leider) keine Seltenheit. Tagtäglich werden aus dem Web Texte kopiert. Viele Menschen denken sich auch gar nichts dabei – geistiges Eigentum? Wat is datt dann? Es gibt Leute, die für Texte Geld bezahlen? Wieso? Kann ich doch aus dem Internet …
Falsch!
Textklau ist kein Kavaliersdelikt und – da Urheberrechte verletzt werden – sogar strafbar. Die „Diebin“ musste im Falle meiner Kollegin 1.800,- € Strafe entrichten.
Und wer jetzt denkt „Das merkt doch eh keiner!“ irrt komplett. Die Urheber merken es – früher oder später. Es gibt verschiedene Mittel und Wege, um ganz einfach herauszufinden, ob irgendwo im weltweiten Web Plagiate der eigenen Homepage beispielsweise existieren.
Eine dieser Möglichkeiten bietet die Webpräsenz Copyscape. Im Suchfeld wir die URL des Textes angegeben und innerhalb kürzester Zeit wirft die Anwendung aus, ob und wo der geprüfte Text verwendet wird. Registriert man sich dort als kostenpflichtiges Premium-Mitglied, kann man zusätzlich vollständige Webprojekte prüfen lassen oder noch nicht publizierte Texte kontrollieren.
Auch die Nutzung des Tools UN.CO.VER von textbroker.de bringt den gewünschten Erfolg (an dieser Stelle: Danke liebe Elke für den Tipp). Das Programm funktioniert ähnlich wie Copyscape und überprüft Texte, bevor sie online gestellt werden oder einzelne URLs und ganze Internetprojekte. Und das komplett kostenlos.
Also liebe Textdiebe: Überlegt euch, was Ihr tut. Textklau ist nämlich nicht nur mies, er kann auch richtig teuer werden.
Foto: © Günter Havlena, pixelio.de
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[...] Wie Sie feststellen können, ob ein Text einzigartig ist, lesen Sie in meinem Blogbeitrag: Textklau: Kein Kavaliersdelikt. [...]
[...] meinem Blogbeitrag: Textklau: Kein Kavaliersdelikt lesen Sie, wie Sie doppelte Inhalte [...]
Danke für die Nennung der Dienste. Ich habe kürzlich eine besonders dreiste Form gesehen, da werden deutsche Seiten einfach mit einem Computerprogramm (dementsprechend schlecht) ins Englische übersetzt, und dann im Ausland gehostet..
Ja es ist sehr unangenehm, du surfst über ne Seite und denkst auch noch, mensch, die Seite ist gut aber die Texte kommen dir bekannt vor.
Seit dem nutze ich auch das Programm UNCOVER. Eignet sich auch sehr gut für Projektarbeiten, hat ne extra Funktion für sowas.
Ich kam gerade auf diesen Blog, da ich in google nach Textklau gesucht hatte. Ich habe rein zufällig entdeckt, dass jemand einen kompletten Text (ca. 700 Wörter) von mir kopiert hatte. Wie ist denn da jetzt mein Vorgehen? Gleich Anwalt einschalten? Auf eine E-Mail wird nicht reagiert und auf der Seite, auf der mein Text nun eingebunden ist, ist ebenfalls google Werbung geschaltet. Der “Dieb” verdient also auch noch an meinem Text.
Wäre über eine kleine Info sehr Dankbar.
Gruß Thomas
Hallo Thomas,
zunächst solltest du einen Screenshot von der betreffenden Seite machen, die Seite herunterladen oder ausdrucken. Im günstigsten Fall finden sich noch Freunde oder Bekannte, die dies ebenfalls tun und damit bestätigen, dass dort dein Text kopiert wurde.
Du sagst, der Webseitenbetreiber würde auf E-Mails nicht reagieren. Man könnte es jetzt noch einmal per Einschreiben und mit einer Unterlassungserklärung ggf. noch mit einer Rechnung bezüglich Schadensersatzes versuchen. Falls das auch nicht fruchtet, hilft wohl nur ein Anwalt – im Idealfall für Urheberrecht.
Falls du noch Fragen hast, melde dich ruhig.
Liebe Grüße,
Sabine Schönberg
- Dies ist keine Rechtsberatung, sondern meine persönliche Meinung -